Liebe Karen, lieber Robin

Ein offener Brief an meine Nichte und meinen Neffen über Drogen.

Liebe Karen, lieber Robin, dies ist ein Blog.
Liebe Leser, dies ist ein Brief.

Zunächst kurz an meine Leser

Karen ist meine Nichte, Robin mein Neffe. Dieser „Artikel“ ist ein Brief an sie. Ich war heute auf Robins 18tem Geburtstag. Es passt zwar nicht ganz hier ins Thema, aber da das Thema letztendlich meine versponnenen Gedanken sind, passts dann doch wieder irgendwie. Und da das vielleicht noch wen interessiert und hier nichts Privates kommt, wähle ich als Weg mein Blog hier. Irgendwie ist das hier auch eine Übung in Postprivacy.

Und nun der Brief

Liebe Karen, lieber Robin

Ich habe heute mit Dir, Karen, kurz über Alkohol und Cannabis geredet. Nichts Aufregendes, nur ein paar Sätze nebenbei. Angefangen habe ich – zufällig – aber es wurde deutlich, dass das Thema Drogen für Dich relevant ist. Zuhause ist dann die Erinnerung gekommen. Natürlich ist das Thema in Deinen Alter relevant. Und mir ist noch etwas eingefallen. Als ich 16 war, war alles was ich über Drogen wusste absolut nutzloser, dämlicher Scheiß. Ich hoffe sehr, dass das mittlerweile besser geworden ist. Ich hoffe, dass ihr heute sehr viel besser aufgeklärt werdet als ich damals. Aber falls nicht, wollte ich Euch etwas dazu aufschreiben.

Drogen haben ein Abhängigkeits- (Sucht-) Potential und sie haben bestimmte Wirkungen und „Nebenwirkungen“. Das ist gut zu wissen, genauso wie man über andere Gesundheitsrisiken Bescheid wissen sollte – z.B. Autofahren, Gewichtszunahme und Bewegungsmangel, übermäßige Sonneneinstrahlung auf der Haut … Aber was das Thema Drogen betrifft ist das letztendlich irrelevant. Das ist ein reines Ablenkungsmanöver. Bei Drogen geht es um etwas ganz anderes.

Es gibt Menschen, die sich verlieren. Es gibt tausende Arten sich zu verlieren. Manche werden Workaholics und werden ihre Arbeit. Es gibt Menschen, für die wird Sex zum Lebensinhalt. Immer mehr versinken in diversen Sitzmöbeln vorm Computer, bei Facebook oder World of Warcraft. Routine kann Menschen auffressen, ohne dass man etwas davon sieht. Ja, es gibt auch Menschen, die Opfer von Drogen werden.

Wenn Ihr mal Heroin versucht, ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch, dass Ihr Euch verliert. Wenn Ihr ernsthaft anfangt zu trinken, ist sie ziemlich hoch. Auch dass ist gut zu wissen. Trotzdem spricht absolut nichts dagegen, sich mal zu besaufen. Auch mal zu Kiffen ist nicht der Rede wert. Es ist sogar sehr positiv, eine Routine zu entwickeln und sooo viele werden gar nicht von ihr gefressen. Wichtig ist eins: Was immer ihr tut, gebt auf Euch acht. Verliert Euch nicht.

Euer
Thorsten

p.S.:
Ich wollte den Text so kurz wie möglich halten. Doch jetzt – zwei Tage später – finde ich es fehlt etwas. Eine Erklärung.
Der Mensch ist – zu einem großem Teil – was er tut. Wenn man sehr glücklich ist, lächelt man. Doch reines mechanisches Lächeln macht auch glücklich. Sehr vieles, was wir tun färbt auf uns ab. Nehmt Euch hin und wieder Zeit und überlegt, was Ihr tut. Tut Ihr was ihr sein wollt? Natürlich muss man Kompromisse machen. Aber man darf nicht zu viele machen.

2 Gedanken zu „Liebe Karen, lieber Robin“

  1. Hi Thorsten, das Drogenproblem im Kern getroffen, würde ich sagen: Und ob man die Kontrolle den Drogen, dem Chef oder den Fernsehsendern überlässt, ist dann auch schon egal. Wahrscheinlich kann man sich dadurch am besten im Gleichgewicht halten, wenn man die verschiedenen Sphären gegeneinander ausspielt. Davon war Breton ja immer ausgegangen, dass es ihm gelingen könnte, die großen Systeme gegeneinander auszuspielen. Wer so ein Bedürfnis spürt, hat sich jedenfalls noch nicht verloren.
    urb

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