Die Kultur-Apokollapse

Hallo da draußen, Liebe Leser

Es tut mir leid. Ich habe eine ganz schlechte Nachricht. Aber dafür muss ich etwas ausholen.

Ich bin seit 40 Jahren auf dieser Welt. Ich bin nie ein großer Serienfan gewesen, aber ich hab doch seit gut dreißig dieser vierzig Jahre meist mitgekriegt, welche Serien gerade so angesagt sind. Das muss Sie gar nicht interessieren, Serien sind unwichtig. Nur eins ist interessant: es gibt immer schon einen Haufen Serien, meist aus den USA. Doch nur ganz wenige werden richtig erfolgreich. Das sind immer die Serien, bei denen es um Dinge geht, die die Menschen gerade besonders faszinieren. Die erfolgreichsten Serien haben in den vergangenen drei Jahrzehnten Leitbilder und Ängste der Gesellschaft gespiegelt.

Fangen wir doch mit einer guten Nachricht an. Was wie eine komische Kette zusammenhangloser Ausreißer aussieht, ist die einzige Konstante dieser Dekaden. Star Trek, Magnum, Ausgerechnet Alaska, Die Simpsons und immer wieder Star Trek, Big Bang Theory, Sherlock Holmes … unsere Gesellschaft verehrt Nerds! Nerds verändern unsere Welt schneller als wir uns anpassen könnten, natürlich verehren wir Sie! Nerds gehen immer.

Aber sonst? Hemmungslose Glorifizierung des obszönen Reichtums in Dallas und Denver, die Angst vor dem organisierten Verbrechen in Miami Vice. Titten in Baywatch. Sex in der Stadt, Terrorismus in 24, verzweifelte Hausfrauen in eben diesen. Geht alles irgendwie in Ordnung. Kann man sich für interessieren, kann man sich von faszinieren lassen.

Wissen Sie, welche zwei Serien gerade riesen Erfolg haben? Da geht es nicht darum, ob die Zivilisation zusammenbricht, sondern wie weit. Klar, den Zusammenbruch unserer Zivilisation würden die meisten von uns nur zur Hälfte mitkriegen. Aber wenn unsere Wirtschaft und Staatenordnung erst mal kollabiert ist, gibt es zwei plausible Szenarien.

In The Walking Dead ist die Gesellschaft bis auf die Ur-Clans zusammengebrochen. Von den Strukturen bleibt nur noch der Kreis, der einer größeren Familie entspricht, die Ur-Sippe. In Falling Skies bleiben noch größere Stämme übrig. Ein paar hundert Leute haben sich irgendwie eine kohärente Struktur erhalten und kämpfen zusammen ums Überleben. Sieger dieser beiden ist eindeutig The Walking Dead. Die Zombie Apokalypse ist running Gag und geflügeltes Wort in den sozialen Netzen geworden.

Aber eine Frage hätte ich an die Macher der Serie. Nach der Apokalypse ist es verdammt schwer und gefährlich, an genießbares Fleisch zu kommen. Es gibt nur eine einigermaßen verfügbare Fleischquelle. Sagt mal, wollte Bifi nicht zahlen, oder wie haben die es aus der Produktion raus geschafft?

Ein Gedanke zu „Die Kultur-Apokollapse“

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