ISS

Anfang August, Hochdruck, 23 Uhr 20, T-Shirt, Garten, allein. Ich schaue zufällig in den West-Himmel. Es ist klar, viele Sterne sind zu sehen und die ISS geht auf, die “International Space Station”, die in gut 400 km Höhe einmal alle ein einhalb Stunden die Erde umrundet.

Die ISS ist der hellste “Stern” am Himmel und einer der zackigsten. Ich habe sie bei ihrem ganzen Zug über den Himmel beobachtet. Im Osten gab es ein paar zarte Schleierwolken, aber sonst war die ganze Bahn von Horizont zu Horizont frei. Das hat so schätzungsweise fünf Minuten gedauert.

Die ISS zog fast durch den Zenit. Der Mensch ist nicht dafür gebaut, in den Zenit zu starren. Das mag das Genick gar nicht. Aber im Zenit sind die Leute da oben gerade noch gut 400 Kilometer von mir entfernt, einmal von hier bis Flensburg.

Da oben schweben Leute von allen Teilen der Erde und schauen auf uns herab. Sie sehen unseren fragilen anmutig schönen Planeten aus einer einzigartigen Perspektive. Und deshalb begreifen sie unmittelbar wie irrsinnig unsere Konflikte und Verwüstungen hier unten auf unserer Glaskugel sind.

Diese Perspektive bleibt mir verwehrt. Aber – da muss das Genick dann halt mal durch – ich kann zu ihnen aufschauen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.