{"id":220,"date":"2011-04-01T22:54:44","date_gmt":"2011-04-01T21:54:44","guid":{"rendered":"http:\/\/schrotie.de\/?p=220"},"modified":"2015-07-21T12:59:32","modified_gmt":"2015-07-21T11:59:32","slug":"politik-der-pate-hinter-dem-paten-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schrotie.de\/index.php\/2011\/04\/politik-der-pate-hinter-dem-paten-teil-ii\/","title":{"rendered":"Politik, der Pate hinter dem Paten &#8211; Teil II"},"content":{"rendered":"<p>Dies ist der zweite Teil einer Serie von Artikeln, die sich damit befassen, wie Politik das Bet\u00e4tigungsfeld f\u00fcr organisierte Kriminalit\u00e4t erst schafft. In diesem Teil geht es um Schlepperbanden und Menschenhandel. Der vorige Teil \u00fcber Drogen findet sich <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/index.php\/2011\/03\/politik-der-pate-hinter-dem-paten-teil-i\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Die Grundlage f\u00fcr Schlepperbanden und Menschenhandel sind nationale Grenzen, deren \u00dcbertreten kontrolliert und eingeschr\u00e4nkt wird. G\u00e4be keine Grenzen, g\u00e4be es auch die entsprechenden Formen der Kriminalit\u00e4t nicht. Die Bedeutung der Grenzen ist heute in vielen traditionellen Belangen aufgehoben. Die meisten Grenzen sind z.B. f\u00fcr den Handel weitgehend durchl\u00e4ssig. F\u00fcr einigerma\u00dfen wohlhabende Menschen und f\u00fcr ordentlich Gebildete sind Grenzen ebenfalls relativ leicht \u00fcberwindbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die Pest, der Sonderm\u00fcll, Arme und andere Unbilden<\/strong><\/p>\n<p>Grenzen werden heute im Wesentlichen nur noch f\u00fcr diverse Unbilden aufrecht erhalten: Krankheiten, insbesondere Tierseuchen, kriminalisierte G\u00fcter (z.B. Drogen, Gentechnik-Produkte), verseuchte (z.B. verstrahlte) G\u00fcter. Und Arme. Arme Menschen sind der wichtigste Grund f\u00fcr den massiven Ausbau der europ\u00e4ischen Au\u00dfengrenzen und der US-amerikanischen Grenze zu Mexiko.<\/p>\n<p>Unsere Politik dr\u00e4ngt mit allen Mitteln darauf, Grenzen gem\u00e4\u00df unseren Handelsinteressen durchl\u00e4ssig zu machen. Vorrangig geschieht dies durch monet\u00e4ren Druck der mittels der Weltbank und des IWF aufgebaut wird. Der ehemalige Pr\u00e4sident K\u00f6hler und der ehemalige Kriegsminister zu Guttenberg haben explizit gesagt, dass zur Durchsetzung unserer Handelsinteressen auch milit\u00e4rische Mittel genutzt werden sollten. Wir schrecken also vor nichts zur\u00fcck, unsere Wirtschaftsinteressen durch zu setzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Des einen Leid ist des anderen Freud<\/strong><\/p>\n<p>Diese Interessen bestehen unter anderem darin, Nahrungsmittel in hungernden L\u00e4ndern zu produzieren und diese Nahrung dann an unser Mastvieh zu verf\u00fcttern oder in unseren Autos zu verbrennen. Sie bestehen auch darin, unsere \u00fcbersch\u00fcssige Produktion von z.B. Milch und H\u00fchnerteilen in arme L\u00e4nder zu exportieren. Durch unsere weit \u00fcberlegenen Produktionsmethoden und den Umstand, dass z.B. H\u00fchnerbeine in Europa schwer absetzbar und also billig sind, unterbieten wir lokale Preise und zerst\u00f6ren die Nahrungsproduktionswirtschaft in L\u00e4ndern, die nicht mit uns mithalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Milch und Fleischprodukte, die wir exportieren, sind &#8222;veredelte&#8220; Produkte, die haupts\u00e4chlich aus eben dem Soja und Getreide bestehen, das wir aus diesen L\u00e4ndern entnommen haben. Nat\u00fcrlich enthalten sie nur noch einen verschwindenden Bruchteil des N\u00e4hrwertes der prim\u00e4ren Nahrungsmittel.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Wir f\u00f6rdern das Verbrechen um eines anderen Verbrechens willen<\/strong><\/p>\n<p>Wir forcieren also die Durchl\u00e4ssigkeit der Grenzen um Nahrung zu entnehmen und lokale Nahrungsproduktion zu unterminieren. Auf der anderen Seite tun wir aber alles, um unsere Grenzen f\u00fcr die Menschen zu schlie\u00dfen, die der Not zu entfliehen suchen, der Not, die unsere wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten in ihrer Heimat hinterlassen. Wir schrecken nicht mal davor zur\u00fcck, diese Menschen in Gefangenenlagern zu internieren oder sie durch noch schlimmere Regimes als unseres vor unseren Grenzen ermorden oder internieren zu lassen. Nat\u00fcrlich nehmen wir daf\u00fcr auch in Kauf, dass das organisierte Verbrechen hier Schlepperei, Menschenhandel und Zwangsprostitution als lukrative Gesch\u00e4ftsfelder etabliert. Einige der so kriminalisierten Fl\u00fcchtlinge nehmen wir auch als billigste, rechtlose Arbeitskr\u00e4fte oder als unsere Dienerschaft.<\/p>\n<p>Unser verkommenes politisches System nimmt die moralische Monstrosit\u00e4t der organisierten Kriminalit\u00e4t in Kauf, damit wir unsere eigenen moralischen Monstrosit\u00e4ten umsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ozeanische Nationalit\u00e4tsentgrenzung<\/strong><\/p>\n<p>Man stelle sich vor, es g\u00e4be keine Grenzen mehr, Nationalstaaten w\u00e4ren Geschichte. Der Einfachheit halber nehmen wir zun\u00e4chst an, die alten Staaten w\u00fcrden in \u00e4hnlicher Form weiter existieren, nur die geografische Souver\u00e4nit\u00e4t w\u00e4re aufgehoben. Verbl\u00fcffender Weise w\u00fcrde sich damit erst mal gar nicht viel \u00e4ndern. Denn die allermeisten T\u00e4tigkeiten der Bundesregierung sind ohnehin von der Geographie unabh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Ein paar Dinge w\u00e4ren zu kl\u00e4ren: Heute ist Steuerpflicht an Geographie gebunden. In Deutschland wird ein Teil der Steuer versteckt indem sie angeblich vom Arbeitgeber zu zahlen ist. Das ist nat\u00fcrlich Augenwischerei, da der Arbeitgeber das selbstverst\u00e4ndlich in die Lohnkosten des Arbeitnehmers einrechnet. Stattdessen k\u00f6nnte der Arbeitnehmer auch offiziell 100% seiner Steuerlast selbst zahlen und zwar genau an den Staat, dessen B\u00fcrger er ist. Ich zahlte also Steuern an die BRD, selbst wenn mein Arbeitsplatz auf dem australischen Kontinent l\u00e4ge und mein Arbeitgeber die kanadische Staatsb\u00fcrgerschaft inne h\u00e4tte und also dorthin seine Steuern (und &#8222;Sozialabgaben&#8220;) entrichtete.<\/p>\n<p>Andere Dinge sind schon heute fast normal. Bei Internationalen Gesch\u00e4ften einigt man sich auf die Rechtsordnung und den Gerichtsstand eines der Partner (z.B. des Verk\u00e4ufers). Kommunalpolitik w\u00fcrde sinnvoller Weise in \u00e4hnlicher Form wie heute erhalten bleiben. Die L\u00e4nderebene der deutschen Politik w\u00fcrde allerdings wenig Sinn machen. Ihre Aufgabenbereiche m\u00fcssten zwischen globaler (also der vormaligen Bundes-) und kommunaler Ebene aufgeteilt werden. &#8222;Checks&#8220; und &#8222;Balances&#8220; &#8211; jedenfalls der Teil der selben, die heute der Bundesrat ausf\u00fcllt &#8211; m\u00fcssten auf andere Art und Weise verwirklicht werden. Das Hauptpolitikfeld der L\u00e4nder &#8211; die Bildungspolitik &#8211; k\u00f6nnte Problemlos globalisiert und lokalisiert werden. Wie das gehen kann habe ich in <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/index.php\/2011\/01\/aus-dem-ghetto\/\">diesem<\/a> Artikel er\u00f6rtert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Eine nie dagewesene Chance<\/strong><\/p>\n<p>So w\u00e4ren bei einer Aufhebung der Grenzen also einige Dinge zu kl\u00e4ren, andere w\u00fcrden sich fast von allein ergeben und wieder andere w\u00e4ren kaum ber\u00fchrt. Es w\u00fcrde sich allerdings eine Konsequenz ergeben, die zweifelsohne die Geschicke der Menschheit fundamental beeinflussen w\u00fcrde: Jeder k\u00f6nnte seine Regierung w\u00e4hlen. Das ist nicht zu verwechseln mit den Placebo-Wahlen, die heutzutage f\u00fcr uns aufgef\u00fchrt werden. Wenn Grenzen aufgehoben w\u00e4ren k\u00f6nnte man unabh\u00e4ngig vom eigenen Aufenthaltsort das eigene Regierungssystem und gegebenenfalls die eigene Regierung <em>aus<\/em>w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Dies ist eine Chance, die sich der Menschheit nie zuvor geboten hat. Sie wird erst durch Vernetzung und Informationstechnologie erm\u00f6glicht. Das Netz macht es f\u00fcr viele Belange immer irrelevanter, wo man sich gerade aufh\u00e4lt. Die Buchhaltung eines Betriebes mit internationaler Belegschaft w\u00e4re ohne Informationstechnologie kaum zu bew\u00e4ltigen. Automatisierte globale Geldstr\u00f6me sind f\u00fcr eine solche Vision unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Evolution ist die Revolution<\/strong><\/p>\n<p>In der Vergangenheit waren f\u00fcr System-Wechsel in der Regel Revolutionen notwendig. In Demokratien dauert die Etablierung von neuen Str\u00f6mungen wie den Gr\u00fcnen Jahrzehnte &#8211; was vermutlich mehr Zeit war, als unserer Biosph\u00e4re noch blieb. W\u00e4ren die Grenzen aufgehoben, k\u00f6nnte die blutige und teure Abfolge von Stagnation und Revolution durch eine Evolution der Systeme abgel\u00f6st werden. Wir brauchen heute Visionen f\u00fcr Gesellschaftssysteme, die unsere Zukunft tragen k\u00f6nnen. Solche Systeme k\u00f6nnten in kleinerem Rahmen entwickelt werden und sich dann ausbreiten, wenn sie sich bew\u00e4hren. Es k\u00f6nnten v\u00f6llig revolution\u00e4re Systeme entwickelt werden, trotzdem k\u00f6nnte die Gesamtentwicklung kontinuierlich von statten gehen.<\/p>\n<p>Die Abschaffung der nationalen Grenzen w\u00e4re sicherlich eine monumentale Aufgabe. Wenn wir sie angingen, hie\u00dfe das, dass wir die F\u00f6rderung der organisierten Kriminalit\u00e4t aufg\u00e4ben. Wir m\u00fcssten auch einige unserer verwerflichsten Praktiken aufgeben. Daf\u00fcr w\u00fcrden wir eine Chance auf unsere Zukunft gewinnen, eine Chance, die wir heute dringend brauchen. Wir sollten es wagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Grundlage f\u00fcr Schlepperbanden und Menschenhandel sind nationale Grenzen, deren \u00dcbertreten kontrolliert und eingeschr\u00e4nkt wird. G\u00e4be es keine Grenzen, g\u00e4be es auch die entsprechenden Formen der Kriminalit\u00e4t nicht. Was sind die Gr\u00fcnde, Grenzen aufrecht zu erhalten? Gibt es Alternativen? <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[132,120],"tags":[43,8,66,78,81,79,80,40,41],"class_list":["post-220","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-extremegoverning","category-utopilotik","tag-demokratie","tag-freiheit","tag-gemeinschaft","tag-gesellschaft","tag-globalisierung","tag-grenzen","tag-migration","tag-staat","tag-utopie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schrotie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/220","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schrotie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schrotie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schrotie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schrotie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=220"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/schrotie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/220\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":223,"href":"https:\/\/schrotie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/220\/revisions\/223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schrotie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=220"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schrotie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=220"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schrotie.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=220"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}