{"id":262,"date":"2011-07-02T20:50:23","date_gmt":"2011-07-02T19:50:23","guid":{"rendered":"http:\/\/schrotie.de\/?p=262"},"modified":"2015-07-21T13:05:16","modified_gmt":"2015-07-21T12:05:16","slug":"arbeit-umzu-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schrotie.de\/index.php\/2011\/07\/arbeit-umzu-leben\/","title":{"rendered":"Arbeit umzu Leben"},"content":{"rendered":"<p><!-- p { margin-bottom: 0.21cm; } -->Die Propagandamaschine l\u00e4uft wieder auf Hochtouren. Wir erleben angeblich zur Zeit den Aufschwung XXL. Vollbesch\u00e4ftigung ist in Sicht. Tats\u00e4chlich wurde dieses Fr\u00fchjahr erst das Vorkrisenniveau von vor drei Jahren (2008) erreicht. Schlimmer noch:  in Deutschland sind wirtschaftliche Boomphasen seit 15 Jahren vom Wohlergehen der breiten Bev\u00f6lkerung entkoppelt. Zwar werden Schw\u00e4chephasen von den Arbeitgebern genutzt um unliebsame und unproduktive Mitarbeiter los zu werden, doch in den Boomphasen gibt es im Gegenzug keine Lohnerh\u00f6hungen mehr. Der Aufbau der Besch\u00e4ftigungszahlen erfolgt \u00fcberwiegend in Leiharbeit und im Niedriglohnsektor. Zu diesem Themenkreis sei die umfangreiche einschl\u00e4gige Berichterstattung der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/\">Nachdenkseiten<\/a> empfohlen.<\/p>\n<p>Eigentlich \u201esollte\u201c es so sein, dass in Boomphasen die Nachfrage nach Arbeit steigt und diese als begrenztes Gut somit teurer wird. Doch augenscheinlich versagt hier der Markt. Der aktuelle Grund f\u00fcr dieses Versagen ist die Globalisierung der Wirtschaft. Gro\u00dfe Konzerne operieren global. Sie bauen ihre Produktionsst\u00e4tten dort auf, wo es Arbeit billig zu haben gibt. Und da Deutschland mit Niedriglohn-Standorten konkurriert, m\u00fcssen auch hier die L\u00f6hne relativ niedrig gehalten werden. Und trotz dieser Niedriglohnpolitik haben wir selbst im aktuellen Boom noch 10% Arbeitslose und sehr viel mehr, die unfreiwillig in Teilzeit arbeiten, die vom Staat in Fortbildungsma\u00dfnahmen jenseits der Arbeitslosenstatistik geparkt werden, die Vollzeit arbeiten und trotzdem auf staatliche Unterst\u00fctzung angewiesen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Notorisch erfolglose Besch\u00e4tfigungspolitik<\/strong><\/p>\n<p>Seit nunmehr rund vierzig Jahren versucht die Politik, dieses Problem in den Griff zu bekommen \u2013 vorher gab es in Deutschland das \u201eWirtschaftswunder\u201c und keine eklatante Besch\u00e4ftigungsproblematik. Erfolglos war die Politik dabei immer. Seit Harz IV wird diese Erfolglosigkeit nur offensichtlicher und f\u00fcr die Betroffenen schmerzhafter.<\/p>\n<p>Das Scheitern der Politik am Arbeitsmarkt ist dabei kein Deutsches Ph\u00e4nomen, es  l\u00e4sst sich vielmehr weltweit beobachten. In Wirtschaftwunderphasen \u2013 das hei\u00dft bei sehr starkem wirtschaftlichen Wachstum \u2013 funktioniert der Markt, es gibt gen\u00fcgend Arbeitspl\u00e4tze und die L\u00f6hne steigen. Doch offenbar gibt es eine Schwelle, ab der eine Saturierung eintritt, das Wirtschaftswachstum l\u00e4sst nach und die Probleme beginnen.<\/p>\n<p>Arbeitslosigkeit ist ein Problem, dass f\u00fcr die Betroffenen ein tiefen Einschnitt in ihre W\u00fcrde bedeutet. Dabei ist die W\u00fcrde das h\u00f6chste Gut in der Deutschen Verfassung, gesch\u00fctzt durch den ersten Artikel derselben. Deshalb m\u00fcsste der L\u00f6sung der Besch\u00e4ftigungsproblematik eigentlich h\u00f6chste Priorit\u00e4t einger\u00e4umt werden. Und die L\u00f6sung d\u00fcrfte nicht \u2013 wie gegenw\u00e4rtig versucht \u2013 \u00fcber Leiharbeit, die die Betroffenen in st\u00e4ndiger Zukunftsangst entw\u00fcrdigt, und prek\u00e4re Besch\u00e4ftigung versucht werden, die die Betroffenen weiterhin als Almosenempf\u00e4nger des Staates entw\u00fcrdigt.<\/p>\n<p>Die Politik scheitert an der Besch\u00e4ftigungsproblematik und sie muss daran scheitern, weil sie das Problem v\u00f6llig falsch betrachtet. Wir gehen davon aus, dass Arbeit ein begrenztes Gut ist und daher der Markt zur effizienten Nutzung dieser Ressource optimal geeignet ist. Das ist falsch. Arbeit unterliegt aus mehreren Gr\u00fcnden in einer saturierten Marktwirtschaft nicht dieser Logik. Die seit 40 Jahren jederzeit verf\u00fcgbare Mindestreserve von einem Zehntel der Arbeiterschaft zeigt deutlich, dass Arbeit keine im Sinne der Marktwirtschaft begrenzte Ressource ist. Es sind vielmehr die Arbeitspl\u00e4tze, die als begrenzte Ressource angesehen werden sollten. Zudem m\u00fcsste eine Gesellschaft, die sich der Menschenw\u00fcrde verschrieben hat, Arbeitslosigkeit als inakzeptabel ansehen. Marktwirtschaft f\u00fchrt aber gar nicht zwangsl\u00e4ufig zur v\u00f6lligen Ersch\u00f6pfung einer Ressource \u2013 in diesem Fall der Arbeitskraft \u2013 sie kann durchaus etwas \u00fcbrig lassen, in diesem Fall also Arbeitslosigkeit erzeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Arbeitsplatz statt Arbeitskraft als begrenztes Gut<\/strong><\/p>\n<p>Wir setzen die Marktwirtschaft dazu ein, Arbeitskraft zu verteilen. Das ist falsch. Wir sollten sie statt dessen dazu nutzen, Arbeitspl\u00e4tze zu verteilen. Dies lie\u00dfe sich relativ einfach erreichen. Heute verhandeln Arbeitnehmer und Arbeitgeber haupts\u00e4chlich dar\u00fcber, wie viel der Arbeitnehmer pro Stunde verdient. Stattdessen sollten sie dar\u00fcber verhandeln, wie viele Stunden der Arbeitnehmer arbeiten darf. Das l\u00e4sst sich dadurch erreichen, dass Arbeitszeit und Stundenlohn gekoppelt werden.<\/p>\n<p>Jeder erhalte erst einmal grunds\u00e4tzlich den gleichen Stundenlohn. Wer mehr arbeitet erh\u00e4lt einen h\u00f6heren Stundenlohn, wer weniger arbeitet, einen geringeren. Nat\u00fcrlich muss es einen Lohnausgleich f\u00fcr die Ausbildungszeit geben. Diesen eher technischen Aspekt habe ich <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/extremeGoverning\/de\/sections\/node26.html#SECTION04032500000000000000\">hier<\/a> erl\u00e4utert.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Vorteile des Fl\u00e4chentarifs<\/strong><\/p>\n<p>Dieses Vorgehen hat zahlreiche positive Effekte \u00fcber die Verteilung der Arbeit hinaus, doch jene ist sicher der wichtigste Aspekt. Arbeitgeber haben ein Interesse, m\u00f6glichst geringe L\u00f6hne zu zahlen. Daher w\u00fcrden sie in diesem System automatisch daf\u00fcr sorgen, dass Arbeit optimal verteilt wird. Statt wie heute m\u00f6glichst wenige Angestellte m\u00f6glichst viel arbeiten zu lassen, w\u00fcrden Arbeitgeber m\u00f6glichst viele Angestellte m\u00f6glichst wenig arbeiten lassen. Bewerbungen von qualifizierten Bewerbern w\u00fcrden in der Regel angenommen werden, da es immer im Interesse der Arbeitgeber ist, mehr Arbeitnehmer zu besch\u00e4ftigen und daf\u00fcr die durchschnittliche Arbeitszeit ihrer Angestellten zu senken.<\/p>\n<p>Dennoch w\u00fcrde es nat\u00fcrlich Leistungsbezogene Lohnunterschiede geben. Arbeitnehmer, die besonders seltene Qualifikationen besitzen oder besonders unbeliebte Arbeiten \u00fcbernehmen, k\u00f6nnten durchaus sehr viel mehr verdienen als ihre Kollegen. Das gleiche gilt f\u00fcr Arbeitnehmer, die besonders effizient und leistungsf\u00e4hig sind. Doch im Gegensatz zu heute w\u00fcrde dieser h\u00f6here Lohn auch zwangsl\u00e4ufig mit h\u00f6herem pers\u00f6nlichen Einsatz (hier also l\u00e4ngerer Arbeitszeit) einhergehen. Auch w\u00fcrden unbeliebte Arbeiten besser entlohnt als beliebte. Daher w\u00fcrden solche Lohnunterschiede in der Gesellschaft eher als gerecht empfunden werden als die heutigen.<\/p>\n<p>\u201e\u00dcberstunden\u201c in diesem Sinn g\u00e4be es nicht mehr, da die L\u00f6hne automatisch angepasst w\u00fcrden. Der Arbeitgeber h\u00e4tte allerdings ein Interesse, \u201e\u00dcberstunden\u201c so gut wie m\u00f6glich zu vermeiden. Da es f\u00fcr Arbeitswillige niemals ein Problem w\u00e4re, Arbeit zu finden, k\u00f6nnten die Arbeitsmarktgesetze massiv gelockert und flexibilisiert werden. Arbeitnehmer br\u00e4uchten keine Angst vor Arbeitsplatzverlust zu haben, da sie leicht eine neue Position finden und Arbeitgeber k\u00f6nnten jederzeit Leute einstellen: wenn die Auftragslage schlecht ist und der Arbeitgeber seinen Angestellten weniger Arbeit anbieten kann, sinkt automatisch der durchschnittliche Stundenlohn, den er zu zahlen hat.<\/p>\n<p>Der Gesetzgeber k\u00f6nnte, wenn notwendig, die genaue Beziehung zwischen Arbeitszeit und Stundenlohn so einstellen, dass einerseits jeder, der m\u00f6chte, Arbeit bekommen kann und andererseits die L\u00f6hne an die Wirtschaftsleistung angepasst sind. Der Gesetzgeber h\u00e4tte also direkten Einfluss auf die Verteilung der Arbeit und auf eine faire Verteilung der Wirtschaftsleistung zwischen Investoren und Arbeitnehmern.<\/p>\n<p>Da Arbeitgeber in st\u00e4ndiger Konkurrenz um Arbeitskr\u00e4fte st\u00fcnden, w\u00fcrden sie in einen Wettbewerb um attraktive Arbeitspl\u00e4tze eintreten. Um m\u00f6glichst viele Arbeitswillige anzuziehen, w\u00e4ren Arbeitgeber gehalten, ein m\u00f6glichst attraktives Arbeitsumfeld zu bieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Verantwortung ist eine schlechte Rechtfertigung f\u00fcr Lohnunterschiede<\/strong><\/p>\n<p>Heute werden h\u00f6here L\u00f6hne meist mit gr\u00f6\u00dferer Verantwortung gerechtfertigt. Es ist verbl\u00fcffend, dass diese Rechtfertigung immer noch verf\u00e4ngt. Wir haben insbesondere im Zuge der Finanzkrise beobachten k\u00f6nnen, dass diese angebliche Verantwortung keine Konsequenzen f\u00fcr die Verantwortlichen hat. Die Verantwortlichen haften nicht f\u00fcr ihre beruflichen Verfehlungen, ja sie werden oft nicht einmal von ihren Firmen zur Verantwortung gezogen. \u00c4rzte haften kaum f\u00fcr ihre Kunstfehler, das tun vielmehr ihre Versicherungen.<\/p>\n<p>Verantwortliche m\u00f6gen in der Tat zuweilen ihre Arbeit \u201emit nach Hause nehmen\u201c. Das hei\u00dft sie k\u00f6nnen sich mental oft nicht von ihrer Verantwortung frei machen und in der Freizeit richtig entspannen. Doch das trifft genauso auf viele andere Arbeitnehmer zu \u2013 die daf\u00fcr aber nicht besonders entlohnt werden.<\/p>\n<p>Beispiele hierf\u00fcr sind Mitarbeiter, die sozialen Spannungen am Arbeitsplatz ausgesetzt sind \u2013 zum Beispiel durch sozial unf\u00e4hige Vorgesetzte oder im schlimmsten Fall durch Mobbing. Ebenfalls betroffen sind Arbeitnehmer, die Angst vor Arbeitsplatzverlust haben m\u00fcssen. Auch alle Arbeitnehmer, die sch\u00f6pferisch T\u00e4tig sind \u2013 Ingenieure, die Bauteile oder ganze Produkte entwerfen oder Programmierer arbeiten oft zu hause weiter indem sie \u00fcber Alternativen nachgr\u00fcbeln, selbst wenn ihre Abteilungsleiter die eigentlich Verantwortlichen sind. Fachkr\u00e4fte, die kritische Komponenten montieren, Tester und Controller, die Funktion und Arbeitsabl\u00e4ufe sicher stellen m\u00fcssen. All diese Menschen \u2013 und mehr \u2013 nehmen zuweilen ihren Job mit nach hause ohne daf\u00fcr entsch\u00e4digt zu werden.<\/p>\n<p>Es gibt also keine logischen oder moralischen Gr\u00fcnde, wieso ausgerechnet Verantwortung besser entlohnt werden muss. Dennoch w\u00fcrden auch bei dem hier vorgeschlagenen System verantwortliche Positionen oft besser entlohnt. Denn solche Positionen werden im Sinn der Firma am besten mit besonders hoch qualifizierten Mitarbeitern besetzt, die zudem eine gro\u00dfe Eigenst\u00e4ndigkeit und soziale Kompetenz besitzen. Solche Mitarbeiter gibt es einfach nicht all zu viele. Daher w\u00fcrden die entsprechenden Individuen evtl. eine h\u00f6here Arbeitsbelastung tragen und entsprechend besser entlohnt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Nicht-hierarchische Arbeitsorganisation<\/strong><\/p>\n<p>Es w\u00e4re nat\u00fcrlich auch denkbar, dass sich unter den hier vorgeschlagenen Bedingungen andere Formen der Arbeitsorganisation durchsetzen w\u00fcrden, die auf weniger hierarchische Strukturen setzen, um eben dieses Problem zu umgehen. Auch das w\u00e4re im Sinne der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Denn in streng hierarchischen Systemen ist es so, dass der Chef grunds\u00e4tzlich f\u00fcr alles verantwortlich ist, was seine Untergebenen so tun. Die meisten Chefs sind damit fachlich mehr oder weniger \u00fcberfordert und viele sind sozial g\u00e4nzlich ungeeignet, eine so unmenschliche Position ein zu nehmen. Neben besonderen fachlichen und sozialen Qualifikationen erfordert so eine Position n\u00e4mlich auch Demut und Selbstkritik, damit die Interaktion mit den Untergebenen nicht langfristig aus dem Ruder l\u00e4uft. Gerade diese Eigenschaften widersprechen aber den besonderen Qualifikationen und werden durch den Arbeitsalltag als Weisungsbefugter unterminiert.<\/p>\n<p>Insbesondere in der Softwareentwicklung wurden in den letzten Jahren Produktionsprozesse entwickelt, die sehr stark auf nicht hierarchische Strukturen setzen (zum Beispiel das Extreme Programming, das als Vorbild f\u00fcr Namensgebung und einige andere Aspekte des <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/extremeGoverning\/\">Extreme Governing<\/a> diente). Toyota hat vergleichbares in Ans\u00e4tze in der Automobilproduktion etabliert (z.B. der dezentrale <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanban\">Kanban<\/a> Prozess). Es w\u00e4re sowohl im Sinne der Angestellten als auch der Chefs, wenn die \u00fcberkommene Position des Allverantwortlichen zugunsten modernerer Verh\u00e4ltnisse zur\u00fcck gedr\u00e4ngt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Und es w\u00e4re ebenso im Sinne der Investoren. Denn Hierarchische Systeme mit vorgeblich verantwortungsbasierter Entlohnung haben einen fatalen Konstruktionsfehler: Da Respekt und Entlohnung sich nach der \u201eGr\u00f6\u00dfe\u201c der Verantwortung richten, sind alle stets bedacht, ihre Verantwortung zu mehren. Das hei\u00dft, jeder versucht, seinen pers\u00f6nlichen Verantwortungsbereich, sein Team, seine Abteilung, sein Budget zu vergr\u00f6\u00dfern. Dies f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig zu st\u00e4ndigen unn\u00f6tigen Aufbl\u00e4hungen von den Arbeitsbereichen, deren Verantwortliche dieses Spiel besonders gut beherrschen. Das trifft sowohl die staatliche Verwaltung wie auch die private Wirtschaft.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/schrotie.de\/extremeGoverning\/\">Extreme Governing<\/a> macht konkrete <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/extremeGoverning\/de\/sections\/node26.html#SECTION04032900000000000000\">Vorschl\u00e4ge<\/a>, wie politische Entscheidungen effizient, sozial vertr\u00e4glich und dezentral in nicht hierarchischen Systemen getroffen werden k\u00f6nnen. Diese Vorschl\u00e4ge lassen sich auch f\u00fcr privatwirtschaftliche Entscheidungsprozesse und Verwaltungsakte anpassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>B\u00fcrokratische H\u00fcrden<\/strong><\/p>\n<p>Ein wichtiges Argument gegen die Einf\u00fchrung des Arbeitszeit-abh\u00e4ngigen Stundenlohns ist der gro\u00dfe b\u00fcrokratische Aufwand, der damit verbunden ist. Zwar lie\u00dfen sich die lohnbuchhalterischen Berechnungen der L\u00f6hne leicht computerisiert automatisieren. Doch die \u00dcberwachung der Einhaltung dieser Regeln erfordert eine staatliche B\u00fcrokratie, die mit der vergleichbar ist, die heute Steuern und Sozialabgaben \u00fcberwacht. Extreme Governing <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/extremeGoverning\/de\/sections\/node26.html#SECTION04032300000000000000\">macht<\/a> <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/extremeGoverning\/de\/sections\/node26.html#SECTION04032600000000000000\">Vorschl\u00e4ge<\/a>, wie letztere Systeme stark vereinfacht werden k\u00f6nnten. Doch diese Vereinfachungen w\u00fcrden durch die arbeitszeit-abh\u00e4ngige Entlohnung teils wieder zunichte gemacht. Dennoch bin ich der Ansicht, dass die oben beschrieben massiven Vorteile dieses Systems die Nachteile klar \u00fcberwiegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Arbeiten um zu leben<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Dabei wurde der gr\u00f6\u00dfte Vorteil noch gar nicht angef\u00fchrt. Extreme Governing <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/index.php\/2011\/06\/postpostprivacy-teil-2\/\">macht<\/a> <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/index.php\/2010\/12\/qualeaktats-journblogismus\/\">zahlreiche<\/a> <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/index.php\/2011\/01\/software-marktwirtschaft-ohne-copyright\/\">Vorschl\u00e4ge<\/a>, die zu einer <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/index.php\/2011\/02\/kultur-in-ketten\/\">massiven<\/a> Effektivit\u00e4tssteigerung unserer Wirtschaft f\u00fchren. Durch \u00c4nderungen der Regeln des sogenannten geistigen Eigentums w\u00fcrde Entwicklung sehr viel effizienter und Rechtsabteilungen w\u00fcrden stark entlastet. Durch Vereinfachungen des <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/extremeGoverning\/de\/sections\/node26.html#SECTION04032300000000000000\">Steuer<\/a>&#8211; und <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/extremeGoverning\/de\/sections\/node26.html#SECTION04032500000000000000\">Sozialsystems<\/a> w\u00fcrden Buchhaltungs- und Personalabteilungen entlastet. Durch das <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/extremeGoverning\/de\/sections\/node25.html#SECTION04031130000000000000\">Propaganda-Verbot<\/a> w\u00fcrden Marketing-Abteilung stark verkleinert. Der gesamte Sektor der <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/index.php\/2010\/12\/qualeaktats-journblogismus\/\">Medien-<\/a> und des <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/index.php\/2011\/02\/kultur-in-ketten\/\">Kulturbetriebes<\/a> w\u00fcrde aus dem Bereich der Marktwirtschaft herausfallen. Der gesamte <a href=\"http:\/\/schrotie.de\/extremeGoverning\/de\/sections\/node26.html#SECTION04032600000000000000\">staatliche Besch\u00e4ftigungssektor<\/a> w\u00fcrde wegfallen und die Arbeitskr\u00e4fte der Marktwirtschaft zugef\u00fchrt (staatliche Arbeit f\u00e4llt nicht weg, sie wird nur anders organisiert und effizienter). Wie oben gezeigt w\u00fcrden zehn Prozent der Arbeitnehmer \u2013 eben die heute Arbeitslosen \u2013 der Wirtschaft wieder zugef\u00fchrt. Das gilt ebenso f\u00fcr all diejenigen, die heute auf die eine oder andere Weise aus der Arbeitslosenstatistik heraus-gerechnet werden.<\/p>\n<p>Da unter all diesen Ma\u00dfnahmen keinesfalls die Produktivit\u00e4t leidet \u2013 eher ist das Gegenteil anzunehmen \u2013 w\u00fcrde sich eine Entlastung der heutigen Besch\u00e4ftigten um vielleicht 50% ergeben, ohne dass wir daf\u00fcr gro\u00dfe Abstriche machen m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Das klingt zun\u00e4chst absurd. Doch man vergegenw\u00e4rtige sich z.B. das selbst extrem entwicklungslastige Unternehmen wie Apple nur rund ein drittel ihres Aufwandes f\u00fcr Entwicklung und Produktion betreiben. Der Rest ist Marketing, Verwaltung, Recht, personal usw. All dies sind Bereiche, die der Volkswirtschaft nicht unmittelbar zugute kommen und stark optimiert werden k\u00f6nnten. Gro\u00dfe Personal- und Rechtsabteilungen werden durch komplizierte Steuer-, Arbeitsrechts- und Patentgesetze erzwungen. In all diesen Bereichen macht Extreme Governing Vorschl\u00e4ge, die zu drastischen Vereinfachungen f\u00fchren k\u00f6nnten. Diese Vereinfachungen betreffen prim\u00e4r die staatliche Verwaltung, so dass es dort zu Einsparungen k\u00e4me. Doch diese Verwaltung erzeugt wiederum direkten Aufwand bei den Unternehmen, so dass Vereinfachungen hier zu doppel-Entlastungen f\u00fchren. Da bestimmte (verbreitete) Formen des Marketings volkswirtschaftlich zutiefst destruktiv sind und zahlreiche gesellschaftliche Probleme bedingen, w\u00fcrden diese Formen des Marketings abgeschafft und so auch hier die gesamtwirtschaftliche Effizienz erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis von Arbeitszeit zu Lohn w\u00fcrde gesetzlich festgelegt. Der Staat k\u00f6nnte also bei entsprechender Effizienzsteigerung durchaus Stundenl\u00f6hne festlegen die den Arbeitnehmern Einkommenserhalt bei deutlich niedrigerer Arbeitsbelastung garantieren \u2013 und das alles bei gerechterer Verteilung und einem attraktiveren Arbeitsumfeld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir setzen Marktwirtschaft zur effizienten Ausnutzung von Arbeitskraft ein. Damit gehen wir das Problem aus gesellschaftlicher, sozialer aber auch volkswirtschaftlicher Sicht genau falsch herum an. 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