{"id":620,"date":"2013-09-22T22:11:13","date_gmt":"2013-09-22T21:11:13","guid":{"rendered":"http:\/\/schrotie.de\/?p=620"},"modified":"2013-09-22T22:11:13","modified_gmt":"2013-09-22T21:11:13","slug":"wie-ich-gewahlt-habe-und-warum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schrotie.de\/index.php\/2013\/09\/wie-ich-gewahlt-habe-und-warum\/","title":{"rendered":"Wie ich gew\u00e4hlt habe und warum"},"content":{"rendered":"<p id=\"docs-internal-guid-28693810-477d-5b88-f06c-cff847cee71f\" dir=\"ltr\">Der Glaube an den Neoliberalismus setzt den Glauben voraus, dass mit Wachstum alles gut wird. Doch dieses Wachstum &#8211; genug davon &#8211; gibt es in Deutschland seit 40 Jahren nicht mehr.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">In Deutschland gibt es heute 10 Millionen Arbeitnehmer, die keine Arbeit haben, von der sie leben k\u00f6nnen &#8211; 3 Millionen Arbeitslose und 7 Millionen prek\u00e4r Besch\u00e4ftigte. Das sind ein Viertel bis ein Drittel aller Arbeitnehmer und damit ein \u00e4hnlich gro\u00dfer Teil der ganzen Gesellschaft. Die 7 Millionen prek\u00e4r Besch\u00e4ftigten sind Ergebnis der Deutschen Niedriglohnpolitik, die SPD und Gr\u00fcne eingef\u00fchrt und CDU\/CSU und FDP ausgebaut haben.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Au\u00dferhalb Deutschlands hat diese Politik aufgrund relativ sinkender deutscher Lohnst\u00fcckkosten zu massiven wirtschaftlichen Verwerfungen innerhalb Europas gef\u00fchrt und dazu, dass die Lage in S\u00fcdeuropa noch weit schlimmer ist, als bei uns. Wir versuchen &#8211; mit durchaus signifikanten Teilerfolgen &#8211; unser Besch\u00e4ftigungsproblem zu exportieren.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Da ich nicht an das heilbringende Wachstum glaube und aufgrund zahlreicher Einzelpositionen sind f\u00fcr mich in dieser Reihenfolgen CDU\/ CSU, FDP und SPD nicht w\u00e4hlbar.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Ich habe bisher meist Gr\u00fcn gew\u00e4hlt. An der W\u00e4hlerschaft der Gr\u00fcnen kann man sehen, dass man sich die hehren Ziele der Gr\u00fcnen leisten k\u00f6nnen muss. Wir Gr\u00fcnenw\u00e4hler sind satt, wohlhabend, besser gestellt, wirtschaftlich wie moralisch \u00fcberlegen, aber eher keine Unternehmer, die durch Gr\u00fcne Politik wieder zu viel zu verlieren haben.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Deshalb muss man selbst, wenn man Gr\u00fcne Ziele verfolgt, erst die Probleme der sich ausbreitenden Massenarmut bek\u00e4mpfen. Denn der stets steif aufgereckte moralische Zeigefinger der Gr\u00fcnen kann nur Beachtung finden, wenn der Bauch gef\u00fcllt ist. Erst kommt das Fressen, dann die Moral.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Bleiben die Linken. Im Kern stehen sie f\u00fcr den Glauben, dass es besser wird, wenn wir kapitalistische Bevormundung durch staatliche Bevormundung ersetzen. Bei historischer Betrachtung scheint mir diese These gewagt. Und hier im deutschen Westen sind die Chaoten der ehemaligen WASG unw\u00e4hlbar. Dennoch. St\u00e4rkere Linke hei\u00dft, dass die Problematik deutschen Lohndumpings mehr mediale Airtime bekommt, dass Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik in \u00f6ffentlichen Diskussionen nicht g\u00e4nzlich ignoriert wird, dass es noch eine pazifistische Stimme im ehemals pazifistischen Deutschland gibt.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Ich habe meine Stimme daf\u00fcr verwendet, bestimmten Standpunkten in den Medien etwas mehr Raum zu verschaffen. Wenn die Linke eine realistische Machtoption h\u00e4tte, h\u00e4tte sie meine Stimme nicht bekommen. Doch selbst als Junior-Partner der gem\u00e4\u00dfigt neoliberalen SPD &#8211; eine sehr unwahrscheinliche Option &#8211; k\u00f6nnte die Linke kaum all zu viel Schaden anrichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Glaube an den Neoliberalismus setzt den Glauben voraus, dass mit Wachstum alles gut wird. Doch dieses Wachstum &#8211; genug davon &#8211; gibt es in Deutschland seit 40 Jahren nicht mehr. 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