Moral und Mehrheit

Demokratie ist der wiederkehrende Verdacht, das mehr als die Hälfte der Leute mehr als die Hälfte der Zeit Recht hat.

E. B. White

Demokratie sind drei Wölfe und ein Schaf die abstimmen was es zum Abendessen gibt.

Autor unbekannt
Das fasst meine Meinung zu den momentanen Anwendungen der Demokratie recht gut zusammen. Zugegeben, sie sind die besten politischen Systeme von den Systemen die mir bekannt sind, die je umgesetzt wurden.

Ich glaube an die Arbeit von John Rawls ``A Theory of Justice'' ``Die Theorie der Gerechtigkeit'' ein Hauptwerk des Philosophischen Liberalismus. (und hat nichts mit sozialem oder kapitalistischem Liberalismus zu tun). Die zentrale Botschaft von ``Die Theorie der Gerechtigkeit'' ist, dass es das einzige Ziel einer Gesellschaft sein muss, den am meisten benachteiligten Mitgliedern einer Gesellschaft zu helfen.

Rawls' zentrales Argument dafür ist, dass dies die Gesellschaft wäre, die die Menschen auswählen würden, wären sie sich ihrer Position in der Gesellschaft nicht bewusst. Das kann ich nicht beurteilen, aber ohne diese Gesellschaft zu kennen, ist das diejenige, die ich wählen würde, selbst wissend das meine Position darin recht komfortabel sein würde. Hierfür habe ich zwei Gründe. Der erste ist einfach mein Gewissen. Ich hasse es von kranken Junkies, die nur eins unbedingt wollen, die von der Gesellschaft ausgestoßen sind, zu wissen. Ich hasse es über Menschen nachzudenken die betrunken auf Parkbänken schlafen. Damit will ich nicht sagen, dass ich denke, ich wäre moralisch überlegen oder so etwas. Ich sehe es als einen dekadenten Wunsch von mir. Schokolade würde so viel besser schmecken, wenn ich nicht in den Abendnachrichten zusehen müsste, wie Leute verhungern.

Der andere Grund ist philosophisch verwickelt. Eine Gesellschaft aus der Perspektive dieses Manifest ist nichts als ein Regelsystem. So ein System kann nur in der Realität (im Gegensatz zu theoretisch) funktionieren wenn die Regeln beachtet werden. Also muss der Selbsterhaltungstrieb einer Gesellschaft implizieren, dass sie jedes Interesse daran hat, dass die Regeln befolgt werden. Werden die Regeln nicht befolgt, taugt das System nichts.

Verletzung der Regeln verdeutlicht einen Standpunkt. Jemand der ein Verbrechen begeht, tut etwas, was über das eigentliche Verbrechen hinausgeht. Er sagt laut und klar: ``Ich akzeptiere die Ordnung der Gesellschaft nicht. Ich akzeptiere die mir vorgegebenen Regeln nicht, ich bin nicht Teil der Gesellschaft.'' Ich denke eine Gesellschaft sollte auf solche Aussagen hören. Was könnte die Menschen zu dieser Schlussfolgerung führen? Es gibt wahrscheinlich Fälle die man nicht verhindern kann- z.B. extreme Leidenschaften (Liebe, Hass, Gier...) die Menschen zu extremen und unvorhersehbaren Taten bewegen. Aber die Mehrzahl der Verbrechen scheint nicht so leidenschaftlich zu sein. Und die Mehrheit der notorischen Kriminellen kommt aus der Schicht der Gesellschaft die Rawls als diejenige identifiziert deren Situation verbessert werden muss.

Ich glaube nicht, dass jeder das Gesetz betreffend gleich sein kann oder gar seien sollte. Aber ich glaube jeder sollte die gleiche Chance habe, das zu werden was er kann und möchte. Schlussbemerkung: Rawls Philosophie widerspricht nicht der Herausbildung einer Elite. Es ist tatsächlich wünschenswert für die Benachteiligten von talentierten Individuen zu profitieren.

Thorsten Roggendorf 2009-07-04