Sogar wenn diese IT basierende Gesellschaft IT-mäßig zu händeln wäre, alles riecht ein wenig nach Technokratie: das ganze Kama System ist erfunden, die kompetentesten Experten zur Lösung eines gegebenen Problems auszuwählen, und diese Experten werden dann auf das Problem losgelassen. Richtig? Nein, nicht wirklich.
Zunächst ist es so, dass diese Experten nicht regieren. Niemand regiert. Individuen fällen isolierte Entscheidungen, die viele andere Menschen und was viel wichtiger ist, sie selbst betreffen durch den (langfristigen) Einfluss, den diese Entscheidungen auf ihren Sozialen Status haben. Demnach wäre es für diese Experten eher unklug nur rationalen Prozessen zum Finden von effizienten Lösungen zu folgen, ohne auf die öffentliche Meinung Rücksicht zu nehmen.
Dabei hätten die Entscheidungsfäller mehr Freiheit unpopuläre Entscheidungen zu fällen, da die langfristigen Folgen in diesem Prozess der Entscheidungsfindung ausschlaggebender wären - man müsste mit diesen Entscheidungen ein ganzes Leben klarkommen, während heutige Politiker längstenfalls vier Jahre mit einer Entscheidung leben müssen.
Zudem sind diese Experten nicht notwendiger Weise ``Ingenieure'' irgendeiner Art wie man es in einer Technokratie erwarten würde. Die benötigten Fähigkeiten der Experten werden in einem separaten Prozess bestimmt und diese ``Fähigkeiten'' beinhalten immer höchste moralische Standards und wahrscheinlich andere ``weiche'' Eigenschaften, die man von Deinen verfluchten Technokraten nicht erwarten würde.
Thorsten Roggendorf 2009-07-04